Am 23.03.2026 begann unsere langersehnte Stufenfahrt nach Berlin. Schon früh am Morgen machten wir uns gemeinsam am Immanuel-Kant-Gymnasium auf den Weg in die Hauptstadt.
Auf der Hinfahrt legten wir einen Zwischenstopp an der Gedenkstätte Marienborn ein, wo wir bei Führungen über das Gelände und viele interessante Einblicke in die deutsche Teilung und Geschichte bekamen. Nach unserer Ankunft bezogen wir die Zimmer in dem „Three Little Pigs Hostel“ und machten dann alle zusammen ein Foto vor dem Brandenburger Tor. Die Unterkunft war wirklich gut, besonders die zentrale Lage hat vieles erleichtert. Auch die Lobby mit Billard und Kicker war ein beliebter Treffpunkt am Abend und hat viel zur guten Stimmung beigetragen.
In den folgenden Tagen erwartete uns ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Ein besonderes Erlebnis war der Besuch im Deutschen Bundestag, bei dem wir einen Einblick in die deutsche Politik bekamen. Außerdem nahmen wir an einer eindrucksvollen Stadtführung zur NS-Zeit teil, die viele interessante und auch bewegende Eindrücke hinterließ. Weitere Programmpunkte, wie der Besuch im Verteidigungsministerium, machten die Fahrt abwechslungsreich und spannend.
Neben all den Aktivitäten war vor allem der Gemeinschaftsaspekt etwas ganz Besonderes. Als gesamte Stufe sind wir in dieser Woche noch enger zusammengewachsen. Ob beim gemeinsamen Erkunden der Stadt, beim Abendessen in kleinen Gruppen oder beim Zusammensitzen in dem Hostel, es gab viele Momente, die den Zusammenhalt gestärkt haben. Man hat viele Mitschülerinnen und Mitschüler noch einmal ganz neu kennengelernt.
Insgesamt war die Stufenfahrt nach Berlin eine tolle Erfahrung mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Programmpunkten und einem starken Gemeinschaftsgefühl. Eine Reise, die uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Clara Heinz, Klasse 10a
Vier Stunden, ein Raum voller Jugendlicher – und ganz viel Sprache & Licht in Bewegung: So lässt sich der Poetry-Slam-Workshop mit der bekannten Slamerin Anna Lisa wohl am besten zusammenfassen. Von der ersten Minute an war klar: Hier wird nicht still gesessen und zugehört, sondern ausprobiert, gelacht, gedacht und geschrieben.
Los ging es mit einem lockeren Kennenlernspiel, das schnell das Eis brach. Direkt danach folgte ein bewegungsintensives Warm-up – und spätestens da war auch die letzte Müdigkeit verschwunden. Ganz nebenbei wurde die traditionelle Sitzordnung aufgelöst: Stühle rückten zur Seite, der Raum wurde zur Bühne, zur Denkwerkstatt.

Anna Lisa holte uns genau dort ab, wo wir standen: bei unserem noch eher überschaubaren Vorwissen zum Thema Poetry Slam. Ohne Druck, aber mit viel Motivation und Humor zeigte sie, dass Slamtexte kein Hexenwerk sind – sondern vor allem ehrliche Gedanken, starke Bilder und eine eigene Stimme brauchen.

Mit ersten Brainstormings zu Fragen wie „Ich in 20 Jahren …“ oder „Was macht mich wirklich wütend an dieser Welt?“ wurden Schreibblockaden kurzerhand abgeschafft. Innerhalb kürzester Zeit entstanden Rohtexte, Satzfetzen und schließlich die ersten eigenen Slamtexte.
Ein besonderes Highlight war die kreative Übung: Als Start-up ein völlig neues Produkt erfinden und präsentieren. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: vom „Micromaster“ über das „Fishcase“, den „Air Traveler“, „Waterfriend“, „Geoplain“ und den „Vanishpen“ bis hin zur legendären „diktierenden Dose“ – Ideenreichtum pur, kombiniert mit überzeugenden Präsentationen und jeder Menge Applaus.
Und weil Kreativität nicht nur in Worten steckt, sondern auch im Spiel mit Licht und Bewegung, wagten wir uns zusätzlich an das sogenannte Light Painting. Kurzerhand wurde der Kunstraum maximal verdunkelt und Handylichter kamen zum Einsatz – und schon entstanden leuchtende Spuren, Figuren und Muster in der Luft. Alle probierten begeistert aus, wie sich Licht „zeichnen“ lässt, experimentierten mit Bewegungen und Belichtungszeiten und hatten sichtlich Freude daran, immer neue Lichteffekte zu kreieren.


Der Workshop war durchgehend geprägt von abwechslungsreichen, unterhaltsamen und inspirierenden Übungen, die Anna Lisa & Mika mit spürbarer Leidenschaft und motivierender Anleitung begleiteten.
Zum Abschluss schenkte uns Anna Lisa noch einen sehr persönlichen Moment: Sie trug einen Slamtext vor, in dem sie sich an ihr 16-jähriges Ich wendet. Der Vortrag war eindrucksvoll vielschichtig – laut und leise, anklagend und nachdenklich, provozierend und zugleich versöhnlich. Der ganze Raum hörte gebannt zu, und für einen Augenblick wurde es stiller als zuvor an diesem lebhaften Workshop-Tag.
Ein herzlicher Dank gilt zuletzt Frau Jenkes von der Stadt Bad Oeynhausen, deren Engagement diesen Kultur-Workshop überhaupt erst möglich gemacht hat.
Kurz gesagt: Poetry Slam kann alles – und wir jetzt ein bisschen mehr.