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Aufführungen der Literaturkurse 2016

jeweils 19.30 Uhr in der Aula des Schulzentrums Süd

Eintritt: 4,- Vorverkauf jeweils eine Woche vorher am Kantkopf, IKG

 

8./9. Juni: Der Bürger als Edelmann

 Edelmann gross

Was ist das für eine Welt, in der ein reicher adeliger Müßiggänger prinzipiell ein höheres Ansehen genießt als ein fleißiger, ehrlicher und erfolgreicher Bürger?
Welches Verhalten wird gefördert und hervorgerufen, wenn der schöne Schein mit Titel, Rang und Stand zum Maßstab allen Handelns wird?
Wie gehen wir mit einer gesellschaftlichen Welt um, die Ansehen, Präsentation und äußerem Wirken mit geschickten Marketingstrategien mehr Wertschätzung entgegen-bringt als Tugenden wie Fleiß, Ehrlichkeit, Gradlinigkeit und Authentizität?
Mit all diesen Fragen setzt sich der wohlhabende Pariser Bürger Jourdain nicht auseinander. Er glaubt nämlich nicht an die Veränderbarkeit der Welt, in der er lebt, sondern versucht in erster Linie, sich zu verändern, um seinen empfundenen Anforderungen der Gesellschaft gerecht zu werden. Unfähig mit dem zufrieden zu sein, was er erreicht hat und unfähig zu erkennen, wie gut es ihm im Vergleich zu vielen anderen geht, wird er zu einem herrschsüchtigen Chef, einem treulosen Ehemann und einem unausstehlichen Vater. Nur um zu einer Welt dazuzugehören, in die er eigentlich gar nicht passt, versagt er seiner Tochter ihr persönliches Glück, da er mit dem von ihr auserkorenen Lebenspartner nicht einverstanden.
Beschäftigt mit sich selbst und dem falschen Bild, dem er entsprechen möchte, nimmt er gar nicht mehr wahr, wie lächerlich er sich mit seinem Verhalten vor seinen Mitmenschen macht und wie diese es schaffen, aus seinem blinden Eifer nach Anerkennung, Ansehen und Geltung ihren persönlichen Profit zu schlagen und ihm etwas vorzumachen.
Gelingt es uns, aus dieser tragischen Figur etwas zu lernen? Können wir mit dem zufrieden sein, wie wir sind oder lassen wir uns von einer Welt treiben, die der Verpackung und dem Schein mehr zuschreibt als dem Inhalt und seiner Qualität?
Molière, eigentlich Jean-Baptiste Poquelin, vermutlich am 14. Januar 1622 in Paris geboren und auch dort am 17. Februar 1673 gestorben, war ein französischer Schauspieler, Theaterdirektor und Dramatiker.
Er gilt als einer der großen klassischen Dichter und machte die Komödie durch sein Werk zu einer der Tragödie potenziell gleichwertigen Gattung. Vor allem erhob er das Theater seiner Zeit zum Diskussionsforum über allgemeine menschliche Verhaltensweisen in der Gesellschaft.
Insgesamt hatte sich Molière ab 1667 schwerpunktmäßig auf unverfängliche Themen zu verlegen begonnen. Mit gefälligen Stücken, insbesondere sogenannten Ballettkomödien mit selbst choreografierten Tanzeinlagen und zu von seinem Partner Lully komponierter Musik, versuchte er sein Theater zu füllen, den König als Förderer bei Laune zu halten aber auch unterschwellig auf die Probleme seiner Zeit hinzuweisen.
Neben etlichen anderen heute vergessenen Stücken schrieb er 1670 „Le Bourgeois gentilhomme“ - Der Bürger als Edelmann -, eine Prosakomödie mit Gesang- und Balletteinlagen Lullys, in der er die blinde Sucht vieler Bürgerlicher nach Adelstiteln verspottet und eine Gesellschaft anprangert, die nur auf Rang und Namen Wert legt.
Diese Inszenierung versucht Molières thematische Kritik aufzunehmen und in unsere heutige Welt weiterzuführen. Welche Fähigkeiten oder Künste muss man heute erlernen, um gesellschaftlich dazuzugehören? Wie lebt man in einer Welt, die scheinbar so ganz andere Anforderungen an uns stellt als wir sie vorweisen können?
Molières einzigartiger Charme einer Ballettkomödie wird durch verschiedene eigene kleine Gesänge, Tänze und Choreografien aufgenommen und auf eine eigene Art umgesetzt. Genießen Sie einen Theaterabend, der Sie hineinnimmt in die Welt der französischen Gesellschaft im 17. Jahrhundert, aber die auch heute so sein könnte!

 

 

 

14./15. Juni: Der kaukasische Kreidekreis

 Kreidekreis gross

 „Schrecklich ist

die Verführung zur Güte!“

Aufstand in Grusinien. Der Gouverneur Georgi Abaschwili wird in einer Palastrevolte gestürzt und hingerichtet. Seine Frau Natella kümmert sich lieber um ihre teure Garderobe als um das gemeinsame Kind und lässt es bei ihrer Flucht vor Putsch und Bürgerkrieg zurück. Das Küchenmädchen Grusche Vachnadse erbarmt sich des Säuglings. Nach Kriegsende und Restauration der alten Macht tritt jedoch Natella wieder in ihr Leben und fordert vor Gericht das Kind zurück. Doch Grusche will nicht auf ihren Sohn verzichten ...

Mit dieser jungen Magd Grusche Vachnadse gestaltet Brecht eine Figur, die sich von der jungen naiven Küchmenmagd zur selbstbewusst-aufopferungsvollen Frau und Mutter entwickelt, die kein Risiko scheut, um das Kind zu retten, auch wenn jede Entscheidung für den kleinen Michel eine Entscheidung gegen ihr eigenes Glück wird.

Als einen der hauptsächlichen Widersprüche im »Kaukasischen Kreidekreis« merkt Brecht an: Je mehr die Grusche das Lebendes Kindes fördert,desto mehr bedroht sie ihr eigenes;ihre Produktivität wirkt in der Richtung ihrer eigenen Destruktion. Dies ist so unter den Bedingungen des Krieges, des bestehenden Rechts, ihrer Vereinsamung und Armut. Rechtlich ist so die Retterin eine Diebin.

Dieser Widerspruch, mit dem eine bestimmte Vorstellung von Gerechtigkeit gegen das bestehende Recht gesetzt wird, ist der rote Faden des Stückes. Der ehemalige Dorfschreiber Azdak, als Richter eingesetzt in den Putschwirren der Zeit, bringt diesen Widerspruch ans Licht und hebt ihn, wie unter den ihn umgebenden Umständen allein möglich, indem er gezinktes Recht austeilt; er urteilt mit gefälschter Waage, er ist eher ein unkorrekter Austeiler des Rechts. Damit sich die Armen und Unterdrückten den ungerechten Gesetzen der Unterdrücker nicht beugen müssen, beugt er die ungerechten Gesetze. So gleicht Brechts Armeleuterichter Azdak in keiner Weise den korrekten Austeilern des Unrechts in der bürgerlichen Gesellschaft; deshalb ist er ein guter Richter gerade dadurch, dass er ein schlechter Richter ist, der in Grusinien eine kurze Zeit beinahe der Gerechtigkeit ermöglicht.

 

 

22./23. Juni: Liliom

 Liliom gross

 

Der Literaturkurs aus der Q1 von Frau Königshofen führt das Stück Liliom nach Ferenc Molnar auf.

Ein Mann zwischen zwei Leben - eine Frau auf der Suche nach Glück

Die dramatische Liebesgeschichte beginnt auf einem Jahrmarkt im Budapester Stadtwäldchen und endet in einem Eklat.
Liliom arbeitet bei Frau Muskats Ringelspiel auf dem Jahrmarkt und lernt dort seine zukünftige Herzensdame Julie und ihre Freundin Marie kennen.
Nachdem Liliom seine Anstellung im Ringelspiel verloren hat, leben Julie und Liliom gemeinsam in Armut. Bald stellt sich heraus, dass das Liebespaar ein Kind bekommen wird.
Auf der Suche nach Geld scheint jedes Mittel recht. Doch wie soll es weitergehen?

 

Eintritt: 4€
Karten gibt es eine Woche vor der Aufführung am Kantkopf oder an der Abendkasse zu kaufen.
Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Theaterarbeit am IKG

Theaterarbeit findet am IKG einerseits im Rahmen der Literaturkurse der Jahrgangsstufe 11 (Q1) statt und andererseits in den verschiedenen Theater-AGs.

Theaterarbeit in der Sekundarstufe I

Kinder verarbeiten ihre Umwelt häufig spielerisch. Gerade das Theaterspielen bietet daher tolle Möglichkeiten, um mit den Kindern zu arbeiten. Die Kinder erleben große Freude am Planen, Gestalten und Spielen. So werden immer wieder unterschiedlichste Fähigkeiten der SchülerInnen deutlich. Unsere Projekte schulen die Kinder in ihren kreativen Ausdrucksformen, in Teamarbeit, in strukturiertem Arbeiten, in Durchhaltevermögen...

Dabei nehmen die Kinder sich und ihre Umwelt neu wahr. Beim Spielen einer Rolle erproben sie Mimik, Gestik und Stimme. Viele Kinder gewinnen hier deutlich an Selbstvertrauen. So kann Theaterarbeit auch einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung leisten, denn in der Regel wird die Theaterarbeit am Ende einem Publikum präsentiert. Mit einer gelungenen Aufführung erleben die Kinder, was sie durch Engagement und Kooperation erreichen können.

Die Bedeutung der Theaterarbeit zeigt sich in der Sekundarstufe I unter anderem in unserem AG-Angebot. Wir bieten zunächst eine AG für die Fünftklässler. Hier gibt es für jeden die Gelegenheit, in die Theaterarbeit reinzuschnuppern. Auch diese AG hat natürlich kleine Aufführungen zum Ziel. Ab der sechsten Klasse kann die Arbeit in unserer zweiten AG fortgesetzt werden. Hier üben wir kindgerechte Theaterstücke ein. Durch den spielerischen Zugang ist auch die Auseinandersetzung mit komplexeren Themen denkbar. Diese AG kann ebenfalls von Schülern aus nachfolgenden Schuljahren besucht werden.

Theaterarbeit in der Sekundarstufe II

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