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Was ist Philosophie?

 

Grundsätzlich bringt jeder, der neugierig genug ist, Fragen zu stellen, einige Voraussetzungen für einen Philosophen mit. Wer jedoch meint, ihm sei sowieso alles schon klar, der braucht nicht weiterzulesen, weil ihm die Philosophien nur als Zeitverschwendung erscheinen werden. Philosophien? Im Plural? Ganz recht, denn die Philosophie gibt es nicht!


Zwar hat der Traum von einer besseren Welt manche Philosophen zu den radikalsten Gedanken getrieben, aber eine einheitliche Philosophie als Verpflichtung für alle hat es nie gegeben! Darin liegt denn auch der fundamentale Unterschied zwischen den Philosophien und den Religionen dieser Welt: Religionen geben eine mehr oder weniger klare Antwort auf die Frage nach dem "Sinn" des Lebens, eine Antwort, die mit dem Anspruch auftritt, wahr zu sein und geglaubt werden zu sollen. Demgegenüber geht es den Philosophien darum, über die Wahrnehmung von Frag-würdigem, Ungeklärtem zu einem Nachdenken zu gelangen, schließlich vom Nachdenken zu geistigen Erkenntnissen. Diese Erkenntnisse gilt es dann stets zu erweitern und vor allem auch immer wieder kritisch zu überprüfen.

Die Philosophien treten also wie die moderne Wissenschaft nicht mit dem Anspruch auf, immergültige Antworten oder gar Wahrheiten zu vermitteln. Anders aber als in den Natur-Wissenschaften ist der Gegenstand der Philosophien nicht konkret fassbar! Zwar gehen Philosophen immer wieder auch von Geschichte, Politik oder menschlichem Verhalten, Glauben und Denken aus, nehmen diese aber nur als Anhaltspunkte, um über deren grundsätzliche Bedeutung oder mögliche Konsequenz(en) nachzudenken. In diesem Sinne stellt Philosophie - ganz im Sinne Kants - an den Einzelnen die Zumutung: "Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen!", und setzt sich zum Ziel, den Menschen aus seiner "Unmündigkeit" herauszugeleiten!


Die Frage nach den Gegenständen von Philosophie hat unser Namenspatron Immanuel Kant (1724-1804) einmal folgendermaßen beantwortet:

  • Was kann ich wissen?
  • Was soll ich tun?
  • Was darf ich hoffen?
  • Was ist der Mensch?

Diese nach wie vor gültige Themenbestimmung macht zweierlei deutlich:

  1. Der Philosophierende ist ein fragender, ein nachdenklicher Mensch, der sich mit vorschnellen Antworten und dem, was immer schon so war, nicht zufrieden gibt.
  2. Gegenstand und Ziel allen philosophischen Fragens ist der Mensch selbst, der sich und die Welt begreifen möchte, um sich in ihr zurechtfinden zu können.

Wer Philosophie als Unterrichtsfach in der Oberstufe wählt, sollte also Freude am eigenständigen Denken mitbringen. Der Philosophie-Unterricht selbst lebt dann vom Gespräch der Kursteilnehmer miteinander. Sie sollten daher einige Fähigkeiten entwickeln, damit ein solches Gespräch stattfinden kann: die Bereitschaft, sich und anderen kritische Fragen zu stellen, anderen zuzuhören, sich mit fremden Denkansätzen auseinander zu setzen. Schließlich die Bereitschaft und Ausdauer, sich der notwendigen Verständniserschließung am Text nicht zu entziehen. Denn viele philosophische Text werden nicht leicht verständlich sein.
Philosophie-Unterricht will damit helfen, andere Zeiten und Kulturkreise, aber auch Auffassungen, in die wir hineinwachsen, besser zu verstehen sowie dazu anregen, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln und damit Orientierung für das eigene Leben vermitteln.

 

Schulinterner Lehrplan Philosophie

 


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