Der Literaturkurs Theater SPER der Jgst. Q1 präsentiert: Die ultimative Kant-Show - BeKan(n)te Unterrichtsformate seit Immanuel Kant

Koedukation und binnendifferenzierter Unterricht sind Prinzipien des modernen Unterrichts. Stimmt, aber das gab es schon früher in der Preußischen Landschule, wo 80 bis 90 Mädchen und Jungen unterschiedlicher Alters- bzw. Jahrgangsstufen gleichzeitig unterrichtet wurden. Während die eine Schülergruppe mit dem Abschreiben von Bibelversen beschäftigt war, buchstabierte die andere gemeinsam mit dem Schulmeister oder sprach das Ein-Mal-Eins im Chor. Disziplin wird heutzutage i.d.R. durch das Wecken von Interesse und Aufmerksamkeit automatisch erzeugt, während das oberste Prinzip „Gehorsam“ in der „alten Schule“ per Rohrstock sehr oft brutal eingefordert wurde.

Solche und andere kantige und bekannte Szenerien gibt es in der ultimativen Kant-Show am Dienstag, 19. Juni 2018 ab 19:30 Uhr in der Aula des Schulzentrums Süd zu sehen.

Natürlich spielt beim 125-jährigen Jubiläum des Immanuel-Kant-Gymnasiums der Namensgeber eine große Rolle und wird in der überwiegend chronologischen Show nicht nur am Anfang (d.h. im 18. Jahrhundert) als Schüler und Lehrer auftreten.

Gezeigt wird die „Geburtsstunde“ des Sportunterrichts unter Turnvater Jahn in napoleonischer Zeit, Pestalozzis noch heute gültige Erkenntnis vom ganzheitlichen Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Auf der Bühne wird im Kinderhort von 1850 „gefröbelt“, was in der Schule des Kaiserreiches von 1893 streng untersagt ist, wo ein quasi militärischer Drill mit „Aufstehen, setzen! Aufstehen, heraustreten!“ herrscht und der Unterricht quer durch alle Fächer überwiegend aus Abprüfen, Memorieren und Aufgeben des zu paukenden Lernstoffes besteht. Die Zuschauer werden die Ergebnisse der Kriegserziehung in der Schule im Deutschen Kaiserreich in originaler Euphorie (Kaiserhymne, Kaiserrede von 1914 und Soldatensprüche) erleben, ebenso wie die Ernüchterung angesichts des grauenvollen 1. Weltkrieges.

Auch eine „Welle“ wird durch die Aula gehen, um provoKant zu demonstrieren, wie junge Menschen durch NS-Ideologie beeinflusst wurden und werden können.

In Anbindung an die auftretenden Demonstranten von 1968, welche Hochschulreformen fordern, wird die Debatte über die reformierte Sekundarstufe II bis in die Gegenwart mit viel Humor (u.a. KMK von 1972) gespielt.

Überhaupt erscheinen die marKanten Unterrichtsformate nicht als nüchterne Pädagogik-Vorlesungen oder ernste Geschichtsdoku, sondern als Revue, oftmals ironisch und sarkastisch.

Bei allen pädagogischen Höhen und Tiefen gibt es in der Show eine „bewegte“ Konstante: Die bürgerliche Familie, u.a. mit der jüngsten Tochter, die noch zum IKG geht und für den Pädagogik-LK lernt, einer ältesten Tochter, die Pädagogik studiert, und einer rüstigen Oma. Dr. Stephan Sperlich

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